Beunruhigende
Neuigkeiten erreichen uns aus dem im Herzen der Mittellande gelegenen Reich
Etraklin. In der dortigen Provinz Kirson kommt es seit einigen Wochen zu
Kampfhandlungen. Dem Vernehmen nach sollen sogar Bürger oder Truppen des Torog
Nai beteiligt sein.
Bekanntermaßen sind die Beziehungen zwischen Etraklin und Torog Nai schon seit
jeher angespannt und es kommt immer wieder zu bewaffneten Auseinandersetzungen.
Auch innerhalb Etraklins ist die Provinz Kirson umkämpft, seit dort vor längerer Zeit Vampire die
Macht ergriffen haben.
Also eine schwer zu durchschauende Gemengelage mit reichlich Konfliktpotential.
Drastisch verschärft wurde die ohnehin angespannte Situation durch die Anwesenheit einer im Torog Nai gesuchten machtvollen Vampirin, die in Kirson ein mächtiges Artefakt, den sogenannten Mondstein, in ihren Besitz bringen wollte.
Die
etraklinische Obrigheit entsandte daraufhin eine Expedition, der sich auch
zahlreiche Ausländer anschlossen, um die Vampirin zur Strecke zu bringen. Wie bei solchen Expeditionen üblich, hatten sich auch etliche fanatisch-religiöse Streiter angeschlossen.
Die finstere Vampirin hatte allerdings zahlreiche Kirsoner Einheimische und Truppen unter ihre
Kontrolle gebracht und erwies sich als hartnäckige Gegnerin. Verschärft wurde
die Situation noch dadurch, dass der Expeditionsleiter Erland von Lichtenwehr
kurz nach Eintreffen der Truppe in Kirson getötet wurde und nunmehr eine effektive
Führung fehlte.
Zu guter Letzt konnten die Pläne der Vampirin nur durch das Eintreffen weiterer
etrakliner Verstärkungen durchkreuzt werden. Dabei konnte auch verhindert
werden, dass der Mondstein in die Hände der Vampirin fiel. Allerdings gelang es
nicht, die Vampirin dingfest zu machen. Diese konnte sich relativ geordnet
zurückziehen, eine Verfolgung gab es wohl nicht.
Diese
Vorkommnisse brachten wohl aus Kirsoner Sicht das Fass zum Überlaufen und die
Machthaber der Provinz (wohlgemerkt auch Vampire) erklärten nun formal ihre
Unabhängigkeit vom Etrakliner Reich. De facto wurde damit nur der ohnehin
bestehende Zustand offiziell gemacht, denn nach Aussage von Landeskennern
bestand schon seit langem keine Kontrolle der etrakliner Krone mehr über die
abtrünnige Provinz.
Nunmehr bleibt abzuwarten, wie Etraklin auf diesen erneuten Affront aus Kirson
reagiert. Friede dürfte wohl so bald nicht einkehren.
Nun ist man zwar
augenscheinlich noch weit von sogenannten „Luxburger Zuständen“ entfernt (dazu
fehlen noch ein paar mitmischende Kultisten, Echsen und Nekromanten), aber dennoch ist die
einfache Bevölkerung dieses Landstrichs sicherlich nicht zu beneiden.
Um nun aber eventuell beunruhigte ravernische Bürger wieder ein wenig zu
beruhigen: eine akute Gefahr für unser Reich geht von diesen Ereignissen nicht
aus, dazu liegt Etraklin weit genug in östlicher Richtung entfernt von der
Westmeerküste. Und dazwischen liegen auch noch wehrhafte Länder wie
Galladoorn, Vallconnan, Westmynd und einige mehr.
Dennoch sollte dies uns allen noch einmal eine Mahnung sein, wie glücklich wir uns
hierzulande schätzen können, dass unter der weisen Führung von König und
Herzögen schon so lange Friede herrscht.