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Montag, 12. Juni 2017

Leserbrief von Mella aus dem Weiler Erlenwies



Lieber Herausgeber des Volkesmund,

da habt ihr wirklich ein Schlamassel angerichtet bei eurer letzten Ausgabe. Hat für ziemlich Unruhe gesorgt hier, das mit dem gefundenen Igor in diesen Schmutzheften. Ihr wisst schon, den „Jasper van Hinten“-Schund. Noch vor vier Wochen hätte ich gedacht, das sowas hier doch niemand liest. Also die Hefte mit den schmutzigen Bildern, nicht eure Zeitung natürlich. Aber kaum hattet ihr von dem aufgelösten Wettbewerb um die Igor-Suche berichtet, gings hier los. Hatte mich noch gewundert, warum ein paar von den Männern so betrübt dreingeschaut haben. Bis mir die Elise dann die Ausgabe vom Volkesmund zeigte und ich das mit dem „Jasper van Hinten“ gelesen habe. Also nicht das Heft aus der Schmutzreihe gelesen, sondern in eurem Blatt von dem aufgelösten Wettbewerb meine ich natürlich. Da war mir klar, warum hier ein paar der Kerle so betrübt sind. Hatten wohl selbst immer die Igors mitgezählt und sich geärgert, dass es nun nichts wird mit dem Hauptgewinn.Das ging sogar so weit, dass es tags darauf noch eine Schlägerei gab. Nur wegen dem schändlichen Heft und dem Wettbewerb. Gut, und ein paar Flaschen vom Montargoner Drachenschreck waren auch dabei. Also nicht bei der Schlägerei, sondern die Flaschen waren vorher dabei. Die hatten die Männers nämlich bei der Feldarbeit wohl weggeputzt, die Flaschen. Also nicht die Flaschen haben sie weggeputzt, sondern den Montargoner Drachenschreck hatten sie gesoffen, so mein ich das. Und Flaschen halt die Flaschen wo der Wein drin war, nicht die Männer. Obwohl die auch manchmal ziemliche Flaschen sind. Aber trotzdem immer noch besser als dieser Drachenschreck, sag ich mal.

Auf jeden Fall muss da wohl einer gemeint haben, dass der Karle schon die ganzen letzten Tage so gut gelaunt sei. Und ob das wohl was damit zu tun habe, dass der Karle womöglich der Erste war, der die richtige Zahl der Igors gefunden hätte. Der Karle hat natürlich alles abgestritten. Würde die Heftreihe noch nicht mal lesen. Aber so nach dem ganzen Tag in der prallen Sonne auf dem Feld und gegen den Durst nur flaschenweise vom Drachenschreck intus, haben die anderen Männer das wohl nicht geglaubt. Hat sich dann hochgesteigert und am Ende flogen die Fäuste. Und wohl auch ein, zwei Flaschen vom Montargoner Drachenschreck. Der Karle sah ganz schön übel aus tags darauf.

Viel gearbeitet werden konnte natürlich nicht am nächsten Tag. Also der Karle, klar, der war sowieso angeschlagen. Aber auch ein paar von den anderen Kerlen, die sahen auch nicht gut aus. Wird aber bei manch einem eher an den Nachwirkungen des Montargoner Drachenschrecks gelegen haben. So oder so, unser neuer Herr, der Edle Fedescius wird sicher nicht begeistert sein, wenn er von der Sache hört. Dabei ist das doch so ein schnieker und gebildeter Herr, da können wir unserem Grafen wirklich dankbar sein, dass er uns den hierher geschickt hat als neuen Gutsherrn.

Wo ich aber schon grade schreibe, was ich noch sagen wollte, wegen euren Berichten über den Holzmangel letzten Winter. Wir haben uns hier alle gewundert. Bei uns hier hat kein Holz gefehlt. Wächst doch überall hier rum. Meilenweit bis zum nächsten Dorf, nichts als Wälder. Holz haben wir hier wirklich mehr als genug vor der Hütte, und damit meine ich jetzt nicht nur bei der Ilka. Auch wenn da der Heinz immer sagt, die Ilka hätte ordentlich Holz vor der Hütte. Stimmt zwar, aber das ist hier überall so. Vielleicht sollten die Städter einfach mal die Augen auf machen, bevor gejammert wird.

So, nun geht’s aber wieder an die Arbeit. Die Kühe melken sich nicht von alleine.

Beste Grüße aus Erlenwies,

Eure Mella

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